Zweckverband Beltringharder Koog

 

Wildniszone (Sukzessionsfläche)

Der gesamte Südteil des Beltringharder Kooges ist Sukzessionsfläche, d.h. die Natur kann sich hier ohne direkten Einfluss des Menschen ungestört entwickeln. Hier wird in keiner Weise eingegriffen: keine Nutzung, keine Pflege und kein Betreten. Diese ungenutzten Flächen setzen sich aus 410 ha Dauerwasserfläche und 400 ha Überfltungsfläche und 800 ha Landfläche zusammen.

Gleich nach Deichschluss wurden hier alle Priele und viele Senken aufgestaut. Die Landflächen sind also von vielen kleinen Wasserflächen durchsetzt. Der von Regenwasser gespeiste 160 ha große Holmer See ist wegen der geringen Wassertiefe ein wichtiges Nahrungsgebiet für Wat- und Wasservögel. Der Wasserstand im angrenzenden Arlau-Speicherbecken liegt ca. 2 m tiefer.

Fast alle jetzt vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind in den Koog neu eingewandert. An den nassen Stellen sind dies ausgedehnte Röhrichte (Schilf), wasserliebende Gräser und Reste der Salzvegetation, an den trockenen Stellen Hochstauden, Grasfluren und Gehölze (vor allem Weiden). Eingewanderte Landsäuger haben sich erst stark vermehrt, dann sind ihre Zahlen zusammengebrochen. Jetzt haben sich die Bestände auf eine dem Lebensraum angepasste Höhe eingependelt.

Das Rehwild hat sich z.B. bis 2005 stark vermehrt und man konnte am Nordstrander Damm bis zu 50 Stück gleichzeitig beobachten. Heute sieht man dort höchstens einzelne Rehe. Die Fachleute gingen davon aus, dass die Sukzessionsflächen langfristig von Wald besiedelt werden. Die vielen Rehe haben anfangs kleine Büsche und Bäume so stark verbissen, dass nur wenig neues Gehölz höher aufwachsen konnte. So glichen die Flächen eher einer halboffenen Weidelandschaft. Hier konnten lange auch Vögel des Offenlandes brüten, z.B. Wiesenpieper und Feldlerche, deren Bestände nach dem Rückgang der Rehe ebenfalls fielen. Von landesweiter Bedeutung sind die Bestände der Röhrichtvogelarten wie Rhrdommel, Rallen, Rohrsänger, Blaukehlchen und Bartmeise. Ihre Zahlen sind mit der Ausbreitung des Schilfes sehr stark gestiegen.