Zweckverband Beltringharder Koog

 

Salzwasserlagune

Eine Lagune ist eine flache Meeresbucht, die durch einen Landstreifen unvollständig vom Meer getrennt ist und deshalb nur einen verringerten Wasseraustausch hat. Natürliche Lagunen gibt es an der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste infolge von Deichbaumaßnahmen nicht mehr. Heute sind drei künstliche Lagunen vorhanden: das Rantumbecken auf Sylt, das Kronenloch im Speicherkoog Dithmarschen und der Beltringharder Koog.

Über das Holmer Siel und das Lüttmoorsiel strömt das Wasser mit deutslich verringertem Tidenhub von ca. 40 cm (gegenüber 3,50 m außendeichs) täglich zweimal ein und aus. Wegen des geringen Wasseraustausches verringerten sich die Wattflächen von früher ca. 2.500 ha (gesamte Nordstrander Bucht) auf ca. 170 ha in der Lagune.

Im Winter wird unregelmäßig über mehrere Tiden das Wasser gezielt auf 1 m über Normalnull aufgestaut, um Sturmfluten nachzuahmen. Auf die Überflutungsfläche von 215 ha konnte sichauf einem schmalen Streifen eine echte Salzwiese entwickeln. Auffallend sind die ausgedehnten Bestände des Strandflieders, die im Juli vom Lüttmoordamm aus gut zu sehen sind. Etwa 95 ha der Lagune sind überflutungsfreie Landfläche, die als Brutgebiet für Wiesen- und Küstenvögel beweidet wird.

Auf den künstlich aufgespülten Inseln der Lagune befinden sich wichtige Brutkolonien der seltenen Seeschwalben, Säberschnäbler und Regenpfeifer. Der Bruterfolg wird jedoch häufig durch Füchse zunichte gemacht. Zu den Zugzeiten sammeln sich dort bei Hochwasser große Schwärme von Watvögeln.

Insgesamt ist eine funktionierende künstliche Lagune mit 380 Hektar Dauerwasserfläche als typische Lebensgemeinschaft der Küste entstanden. Hier sind alle Tierarten des Wattenmeeres zu finden. Nicht nur Kleintiere und Fische, sondern auch Seehunde wandern durch die Siele ins Gebiet ein und aus. Neben typischen Sandwatten mit Kolonien von Wattwürmern oder der amerikanischen Schwertmuschel gibt es eindrucksvolle Bestände von Taschenkrebsen, Seenelken, Miesmuscheln und Schwämmen.